Biometrie am Arbeitsplatz

Biometrische Schlüssel hat jeder Mensch immer dabei: Das Gesicht, das Auge und der Fingerabdruck sind einzigartig. Letzterer wird schon genutzt: Zum Anmelden am PC und Öffnen von Türen.

Sichere Passwörter sind schwierig zu merken, noch dazu sollte man sie regelmäßig ändern. Manche Unternehmen haben deshalb inzwischen ihre Zugangstechnik geändert: Die Mitarbeiter loggen sich mit ihrem Fingerabdruck ein. Was bei vielen Notebooks und inzwischen auch Smartphones integriert ist, ist für Desktop-PCs auch nachrüstbar: Ein Sensor, der den Fingerabdruck erkennt. Ein Mitarbeiter kann sich so zum Beispiel mit dem eigenen Windows-Konto an einem Arbeitsplatz oder bei bestimmten Anwendungen anmelden. „Das ist einfach und sicher“, sagt Oliver von Treuenfels, Vertriebsleiter bei Dermalog, ein Unternehmen, das verschiedene Produkte wie Fingerabdruckscanner und die nötigen Software dazu entwickelt. Er betont: Wird in qualitativ hochwertige Hard- und Soft- ware investiert, ist es so gut wie ausgeschlossen, dass mit einem kopierten Fingerabdruck das Einloggen in ein System gelingt. So würden manche Fingerabdrucksensoren zum Beispiel erkennen, ob ein gefälschter Fingerabdruck auf den Scanner gelegt wurde oder ob es sich um einen echten lebendigen Fingerabdruck handelt. Darüber hinaus sei das Kopieren eines echten Fingerabdruckes ohne Mithilfe des Fingerabdruck-Eigners sowieso nur mit „allerhöchstem Aufwand“ möglich, sagt von Treuenfels.

Ein weiteres Anwendungsgebiet für Fin- gerabdrücke als Zugangskontrolle sind Türen. Das Unternehmen Ekey Biometric Systems aus Linz ist darauf spezialisiert. Manfred Brunner von Ekey sagt: „Viele kleine und mittelständische Unternehmen, von der Fleischerei bis zum Papierpro- duzenten, würden ihre Türen schon per Fingerabdruck steuern. Der Erkennungs- grad sei sehr hoch, sodass in der Regel niemand vor verschlossenen Türen steht, obwohl er eigentlich zutrittsberechtigt ist. Aber: Bei manchen Menschen ist der Fingerabdruck schlecht ausgeprägt, oder sie haben eine Hautkrankheit oder neh- men Medikamente, das alles könne den Zugang erschweren“. Brunner empfi ehlt, immer auch eine zweite Zutrittsmöglich- keit einzurichten, etwa Zahlencode oder RFID-Chip.

Beide Experten, Oliver von Treuenfels und Manfred Brunner, sind sich einig: Der Fingerabdruck ist derzeit die einzige praktikable biometrische Technik. Alter- nativen wie Iris-Scanner, Gesichtserken- nung oder Tippverhalten an der Tastatur seien noch nicht ausgereift.